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Dropshipping & Zoll 2021: Das müssen Kunden & Händler wissen

Dropshipping-&-Zoll

Das über Dropshipping abgewickelte Handelsvolumen steigt in Deutschland wie in ganz Europa seit Jahren kontinuierlich. Auf diesem Weg kommen Produkte vorwiegend aus fernöstlichen Regionen zu niedrigsten Preisen auf den Markt. Die Bestellung wird bei europäischen Online-Händlern vorgenommen, die Belieferung der Endkunden erfolgt direkt durch den Hersteller oder Großhändler aus der Ursprungsregion der Waren. Konsumenten schätzen an dieser Handelsform das große Angebot, die leichte Verfügbarkeit und die überaus günstigen Einkaufskonditionen. Für die Online-Händler bringt Dropshipping-Handel vor allem interessante Gewinnspannen bei verhältnismäßig geringem organisatorischem Aufwand.

Was Dropshipping genau ist, wie es funktioniert, und worin der Grund für seine stetig zunehmende Bedeutung liegt, erfahren Sie im nachstehenden Artikel. Weiteres finden Sie Informationen zu häufig auftretenden Fragen im Zusammenhang mit der Verzollung, anfallenden Gebühren und sonstigen wichtigen Verpflichtungen, die beim Dropshipping-Handel zu beachten sind.

Was genau ist Dropshipping?

Dropshipping ist in Deutschland von der Grundkonstruktion her an sich schon seit Jahrzehnten bekannt, allerdings eher unter der Bezeichnung Streckengeschäft, Streckenhandel oder Direkthandel.

Im Wesentlichen geht es dabei darum, dass der deutsche Online-Händler Bestellungen direkt entgegennimmt, die georderte Ware aber nicht selbst an den Endkunden liefert. Lagerhaltung, Logistik, Auslieferung und Versand lagert der Online-Händler an einen Großhändler oder den Hersteller der Ware aus. Die Lieferkette wird sozusagen verkürzt. Dabei ist es erforderlich, dass der Online-Händler mit einem verlässlichen Partner im Ausland zusammenarbeitet, der die Lieferverpflichtungen in der erforderlichen Zeit und Qualität erfüllt. Wenn die Zusammenarbeit mit dem ausländischen Partner gut funktioniert, hat der deutsche Online-Händler mit der Ware also nichts zu tun.

Deshalb wird Dropshipping im E-Commerce immer beliebter

Für den Online-Händler ist Dropshipping in Deutschland mit mehreren Vorteilen verbunden. Er muss sich um die Auslieferungsprozesse ab der Bearbeitung und Weiterleitung der Bestellung nicht mehr kümmern. Verpackung und Versand der Waren sind Angelegenheit des ausländischen Partners.

Insbesondere dadurch, dass der Online-Händler keine Waren einlagern muss, kann er in seinem Online-Shop eine beinahe unbeschränkte Auswahl an Produkten anbieten. Weil keine Lagerhaltung erforderlich ist, muss der Online-Händler fast kein Kapital binden und nichts vorfinanzieren, um sein Geschäft betreiben zu können. Er trägt damit auch kein Warenrisiko. Kommt es zu Beschädigungen an Lagerbeständen oder verkaufen sich Produkte schlecht, trägt der ausländische Geschäftspartner die damit verbundenen Nachteile.

Idealerweise leitet der Online-Händler bei ihm eingehende Bestellungen seiner Kunden in einem automatisierten Prozess an seinen ausländischen Geschäftspartner weiter und bezahlt diesen erst, wenn seine Kunden ihn bezahlt haben.

Der Online-Händler kann – vor allem am Beginn seiner Tätigkeit – seine Kostenstruktur ausgesprochen schlank halten. Er benötigt keine eigenen Büroräume, kein Personal, keinen Fuhrpark, und er muss keine aufwändige Vertriebsstruktur aufbauen. Aufgrund der schlanken Kostenstruktur lassen sich bei einigem Geschick und einem interessanten Produktportfolio ansehnliche Gewinnspannen erzielen.

Der Dropshipping-Handel ist daher grundsätzlich gut dafür geeignet, sich relativ schnell ein Geschäft im E-Commerce aufzubauen und dieses sukzessive zu skalieren. Dies vor allem auch deshalb, weil der Online-Händler seine Prozesse durchgängig digitalisieren kann.

Wer Dropshipping-Handel betriebt, kann sein Geschäft auch innerhalb kurzer Zeit internationalisieren. Über das Internet können Sie als Dropshipping-Händler mit beinahe jedem Partner ortsunabhängig zusammenarbeiten und weltweit Kunden ansprechen. Sie können dann Ihre gesamte Aufmerksamkeit darauf fokussieren, Ihren Online-Shop zu optimieren, Marketing zu betreiben und Kunden zu gewinnen, sowie die eigene Marke als Händler aufzubauen.

Dropshipping in Deutschland - wer zahlt Zoll?

Grundsätzlich fällt in Deutschland Zoll ab einem Warenwert von 150 Euro an. Beim Dropshipping ist für die Frage, wer den Zoll bezahlt, zu beachten, dass nach deutschem Zollrecht der Endkunde Zollverantwortlicher ist. Dies bedeutet aber nicht, dass der Online-Händler sämtlicher Verpflichtungen enthoben ist.

Wenn ein Produkt, das im Wege des Dropshipping-Handels nach Deutschland eingeführt wurde, aufgrund eines Defekts einen Schaden bei einem Verbraucher verursacht, ist der Online-Händler als sogenannter Inverkehrbringer in der Regel verantwortlich und es kann ihn eine Haftung treffen. Dagegen kann er sich mit einer Produkthaftpflichtversicherung absichern und sollte dies auch tun, denn Schadensersatzansprüche infolge von Produktfehlern können durchaus hoch ausfallen.

Nach der aktuellen Verpackungsverordnung ist der deutsche Dropshipping-Händler allerdings nicht verpflichtet, sich im Verpackungsregister zu registrieren. Denn beim Dropshipping ist es der ausländische Partner, der die Verpackung mit den Waren erstmals in den Verkehr bringt.

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Welche Gebühren können bei Dropshipping anfallen?

Beim Dropshipping-Handel fällt typischerweise in Deutschland Einfuhrumsatzsteuer an. Diese wird immer wieder mit den Zollgebühren verwechselt, doch bestehen einige Unterschiede. So ist Zollverantwortlicher wie bereits dargestellt der deutsche Endkunde, die Einfuhrumsatzsteuer hat hingegen der deutsche Online-Händler abzuführen, wenn (wie in den meisten Fällen) die Zollanmeldung durch den ausländischen Partner als Vertreter des Online-Händlers erfolgt. Ist der Online-Händler zum Vorsteuerabzug berechtigt, kann er sich die Einfuhrumsatzsteuer wieder vom Finanzamt erstatten lassen, wodurch sie ihn kostenmäßig nicht belastet.

Der ausländische Partner tätigt aus der Sicht seines Sitzstaats eine steuerfreie Ausfuhrlieferung. Auf seiner Rechnung, die er dem deutschen Online-Händler ausstellt, darf er deswegen keine ausländische Umsatzsteuer ausweisen.

Aktuell gibt es noch eine Begünstigung im Dropshipping-Handel, welche die Einfuhrumsatzsteuer betrifft: Werden Produkte aus einem Nicht-EU-Staat bis zu einem Warenwert von 22 Euro nach Deutschland eingeführt, fällt derzeit keine Einfuhrumsatzsteuer an. Maßgeblich für das Überschreiten der Betragsschwelle ist der Einkaufspreis, den der deutsche Online-Händler seinem ausländischen Partner zu zahlen hat, und nicht der Verkaufspreis, der dem deutschen Endkunden in Rechnung gestellt wird.

Diese Begünstigung gilt aber nur mehr bis Ende Juni 2021. Mit 1.7.2021 entfällt die Freigrenze zur Gänze und es ist Einfuhrumsatzsteuer ab dem ersten Cent zu entrichten. Zu dieser Änderung kam es, weil die begünstigende Regelung vom deutschen Handel als Wettbewerbsverzerrung empfunden wurde, die umso schwerer wiegt, als ein Großteil der im Wege des Dropshippings gehandelten Waren unter der Wertgrenze von 22 Euro liegt.

Unser Fazit

Der Dropshipping-Handel boomt, ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen, das Wachstum scheint nahezu ungebremst weiterzugehen. Diese Art des Handels ist mit Vorteilen sowohl für den deutschen Online-Händler als auch die Endkunden verbunden. Vor allem die Auslagerung der Lagerhaltung an den ausländischen Hersteller oder Großhändler führt im Online-Shop des deutschen Dropshipping-Händlers zu einem großen Warenangebot und tendenziell niedrigen Preisen für die Verbraucher. Dem Online-Händler eröffnen sich gute Geschäftsmöglichkeiten bei interessanten Margen und vergleichsweise niedrigem Warenrisiko.

Der Droppshipping-Händler kann seine Kostenstruktur niedrig halten, das Geschäftsmodell lässt sich weitestgehend digitalisieren. Es ist gut skalierbar, und dank des Internets kann der Online-Händler seine Aktivitäten auch gut internationalisieren. Er kann sich ganz auf den Markenaufbau, die Optimierung seines Online-Shops und die Kundengewinnung konzentrieren.

Zu beachten ist, dass beim Dropshipping Zollabgaben und sonstige Gebühren wie Einfuhrumsatzsteuer anfallen, und weitere Verpflichtungen entstehen. So treffen den in Deutschland ansässigen Online-Händler Pflichten und Haftungen nach dem Produktsicherheitsgesetz, seinen ausländischen Partner in der Regel solche nach der Verpackungsverordnung.

Weil Akteure aus verschiedenen Staaten am Dropshipping-Handel beteiligt sind, müssen unterschiedliche Rechtsordnungen berücksichtigt werden, was insbesondere im Bereich des Steuerrechts und der Vorschriften, die Produktsicherheit und Kennzeichnungen regeln, durchaus herausfordernd sein kann.

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Gut zu wissen:

Wichtig ist, dass Ihr ausländischer Lieferant die Handelsrechnung ohne die ausländische Umsatzsteuer ausstellt. Zusätzlich zu den gelisteten Angaben können eventuell zusätzliche Anforderungen hinzukommen.

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