Seefracht Import Erklärung: Ablauf & Abwicklung – Aktuelle Infos & Tipps

Inhalte
Das Wichtigste in Kürze
  • Seefracht ist eine der günstigsten und wichtigsten Transportmethoden für große Warenmengen wie Schüttgut, Maschinen oder Massengüter.
  • Bei der Importabwicklung sind aktuelle Zollvorschriften, Incoterms sowie spezifische Dokumente wie Bill of Lading, Seefrachtbrief und Handelsrechnung zwingend erforderlich.
  • Handelsrechnungen und Packlisten müssen mit Firmenstempel und Unterschrift versehen sein – fehlen diese, kann der Zoll die Sendung ablehnen.
  • Übersteigt der Warenwert 1.000 Euro, ist eine durch die IHK gestempelte Ausfuhranmeldung Pflicht.
  • Enthält die Lieferung Gefahrgut, muss eine spezielle ‘Shipper’s Declaration’ von geschultem Fachpersonal erstellt werden.

Seefracht spielt heutzutage eine wichtige Rolle im Import- sowie im Exportgeschäft. Im Allgemeinen bedeutet Seefracht, dass Waren mit dem Schiff versendet werden. Die Güter gelangen auf einem Schiff als Schüttgut, Stückgut, Flüssigladung und mithilfe von Transporteinheiten (Container) an den gewünschten Ort. Oft nimmt der Seefrachttransport mehr Zeit in Anspruch als die Versendung per Luftfracht, jedoch sind die Kosten in der Regel geringer. Insbesondere bei großen Liefermengen mit kleinen Gewinnspannen lohnt sich der Transport mittels Luftfracht nicht. Die Seefrachtlieferung im Rahmen von Containerfrachten gehört in der Logistikbranche zum Kernelement. Die Transportoption Seefracht ist eine der wirtschaftlichsten Lösungen für Unternehmen sowie Privatpersonen. Besonders sperrige und große Lieferungen von Massenprodukten (beispielsweise Öl oder Schüttgut wie Kies und Kohle) werden bequem per Seefracht verschifft. Neben dem Versenden von Stückgut gehören ebenso schwere und große Maschinen zu den Waren, die ihren Zielort über den Seeweg erreichen.

Wenn Sie Produkte über Seefracht importieren, ist der erste Schritt die Organisation des Warentransports zum Hafen. Je nachdem, um welche Lieferung es sich handelt und welche Bedingungen vereinbart wurden, ist entweder der Lieferant dafür zuständig oder der Empfänger. Viele arbeiten mit Speditionen zusammen, welche die Organisation der Ein- oder Ausfuhr abnehmen. Es ist bei den Verpackungen der Produkte darauf zu achten, dass diese den Importangaben des Ziellandes entsprechen. Dazu erhält die beauftragte Spedition die Maße der zu verschiffenden Produkte sowie die erforderlichen Frachtpapiere. Besonders relevant ist die Anmeldung beim Zoll. Im Folgenden erhalten Sie die wichtigsten Informationen rund um die Importabwicklung von Seefracht. Was ist beim Ablauf der Seefracht-Importabwicklung zu berücksichtigen? Welche Bedeutung hat die Handelsrechnung? Gibt es relevante Vorschriften, wenn der Warenwert einen bestimmten Betrag überschreitet? Die Antworten bekommen Sie jetzt.

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Zollvorschriften: Das müssen Sie unbedingt bei der Seefracht-Importabwicklung beachten

Die Abwicklung des Imports von Waren erfolgt vordergründig über den Seeweg. Die Waren werden beim Versender in Container geladen und zum nächsten Hafen transportiert. Dort gelangen die Produkte per Schiff zum Zielort des Empfängers. Beim Ablauf des Imports über Seefracht ist es ein wichtiger Aspekt, die aktuellen Zollvorschriften zu berücksichtigen. Die Regeln, Gesetze und Vorgaben sind in Fachbüchern beschrieben. Da Fachbücher nicht immer in der aktuellsten Ausgabe vorliegen, fragen die meisten Importeure direkt beim Zoll nach. Zollvorschriften können sich jederzeit ändern und deswegen ist es unentbehrlich, regelmäßig die aktuellen Informationen einzuholen.

Beim Import per Seefracht sind Incoterms zu nutzen. Incoterms beschreiben eine Sammlung vorgegebener Handelsklauseln, auf die Geschäftspartner beim Vertragsabschluss im internationalen Handelsverkehr Bezug nehmen können. Bei der Abwicklung der Einfuhr über Seefracht regeln die Incoterms den Gefahrenübergang. Die typischen Bestimmungen sind FOB (free in board), EXW (ex works), CFR (Cost and freight) sowie DAP (delivery at place). Die beauftragten Speditionen und die Zollbehörden benötigen in jedem Fall diese Angaben.

Das sind die wichtigsten Dokumente, die beim Transport von Produkten über Seefracht beigelegt werden müssen:

– Bill of Lading (B/L): Dieses Formular wird häufig auch als Konnossement bezeichnet. Es hat die Bedeutung eines Ladescheins und legt den Besitzanspruch des Eigentümers auf die Produkte fest.

– Seefrachtbrief: Dieser weist die Warenübergabe an den Frachtführer nach.

– Begleitpapiere: Das sind zum Beispiel die Handelsrechnungen des Lieferanten. Nachfolgend erhalten Sie noch gezielte Informationen über die Vorgaben von Handelsrechnungen.

Zudem müssen der Spedition die notwendigen Unfallmerkblätter ausgehändigt werden. Diese Merkblätter beinhalten wichtige Daten, wie man im Notfall korrekt vorzugehen hat. Ab einer gewissen Menge an Gefahrgütern muss die jeweilige Transporteinheit mit einem Gefahrgutlabel gekennzeichnet sein. Das ist beim Export und Import von Gefahrgutwaren über Seefracht notwendig, um ermitteln zu können, ob die Gefahrgüter auf dem geplanten Schiff ihren Platz einnehmen dürfen. Die Vertragspartei, die für die Lieferung des Gefahrgutes verantwortlich ist, muss einen aktuellen ADR-Schein besitzen und eine entsprechende Menge an Löschmittel zur Verfügung haben. Ist die Importlieferung auf dem Schiff platziert, erhält der Empfänger der Waren eine Information vom Spediteur. Der Empfänger bekommt verschiedene Angaben: Name des Schiffs, Ankunftsdaten sowie der voraussichtliche Liefertermin der Produkte. Das ist relevant, um die weiterführende Abwicklung des Imports sicherzustellen. Wenn die Ware per Seefracht im Importland angekommen ist, muss noch die Angabe der Zolltarifnummer sowie der Umsatzsteueridentifikationsnummer erfolgen.

Seefracht-Importabwicklung: Handelsrechnung

Die Handelsrechnung ist ein wichtiges Dokument bei der Abwicklung des Imports per Seefracht. Beim Ablauf des Seefrachtimports ist das Erstellen einer Handelsrechnung unerlässlich. Die Rechnung enthält eine detaillierte Beschreibung der zu transportierenden Waren, das korrekte Brutto- und Nettogewicht der Lieferung sowie den genauen Wert der Importwaren. Es ist notwendig, dass die Handelsrechnung einen Firmenstempel enthält und vom Sachbearbeiter unterzeichnet ist. Fehlt der Firmenstempel oder die Unterschrift, dann kann der Zoll den Import / den Export per Seefracht ablehnen. Wichtig ist zudem das Beilegen einer Packliste. Diese Liste beinhaltet genaue Angaben über das Bruttogewicht sowie die Verpackung. Genau wie die Handelsrechnung muss die Packliste einen Firmenstempel enthalten und vom Bearbeiter unterschrieben sein. Auch der Sendungsempfänger muss die Packliste und die Handelsrechnung zur Verfügung haben und vorlegen können. So wird sichergestellt, dass die Importwaren über Seefracht tatsächlich im korrekten Zielort ankommen. Wenn alle erforderlichen Dokumente vorliegen, kann die Warensendung vom Zoll abgeholt und über den Spediteur auf direktem Weg dem Adressaten zugestellt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt braucht der Empfänger wieder ein detailliertes Lieferdatum, sodass dieser sich mit dem Wareneingang verständigen und koordinieren kann. Der Zoll steht telefonisch zur Verfügung, falls einmal Unstimmigkeiten auftreten sollten. In diesem Fall ist mit dem Zoll eine gezielte und zügige Klärung zur Importabwicklung per Seefracht möglich.

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Das ist bei der Seefracht-Importabwicklung wichtig, wenn der Warenwert über 1.000 Euro liegt

Auch der Wert der Waren hat bei der Abwicklung der Seefracht beim Import eine wichtige Bedeutung. Liegt der Wert der Güter über 1.000 Euro, muss der Warenlieferung eine Ausfuhranmeldung (=AA) beigefügt werden. Das Formular enthält Daten zum Absender, Empfänger, Empfangs- und Ladehafen, Schiffsnamen und zur Warenbezeichnung. Die IHK prüft das Dokument und stempelt die Ausfuhranmeldung ab. Ohne die Prüfung und den Stempel der IHK besitzt das Dokument keine Gültigkeit. Es ist darauf zu achten, dass das Original der Ausfuhranmeldung beiliegt. Bei der Abwicklung des Imports per Seefracht muss berücksichtigt werden, ob die Warensendung aus ungefährlichen Waren oder Gefahrgütern besteht. Beinhaltet die Lieferung Gefahrgut, dann ist die Erstellung einer Gefahrguterklärung erforderlich. Diese trägt auch die Bezeichnung Shipper’s Declaration oder IMO-Erklärung. Nur speziell geschultes Fachpersonal darf dieses Formular anfertigen und aushändigen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Seefracht bezeichnet den Transport von Waren auf dem Seeweg, meist per Container. Sie lohnt sich besonders für große Liefermengen mit kleinen Gewinnspannen, da die Kosten im Vergleich zur Luftfracht deutlich geringer sind.

Zu den wichtigsten Dokumenten zählen das Bill of Lading (Konnossement), der Seefrachtbrief sowie Begleitpapiere wie die Handelsrechnung. Alle Dokumente müssen mit Firmenstempel und Unterschrift versehen sein.

Incoterms sind international anerkannte Handelsklauseln, die unter anderem den Gefahrenübergang beim Transport regeln. Typische Klauseln im Seefrachtbereich sind FOB, EXW, CFR und DAP.

Bei einem Warenwert über 1.000 Euro muss eine Ausfuhranmeldung (AA) beigefügt werden, die von der IHK geprüft und gestempelt wird. Ohne diesen Stempel ist das Dokument ungültig.

Gefahrgüter müssen mit entsprechenden Labels gekennzeichnet sein, und die verantwortliche Partei benötigt einen gültigen ADR-Schein. Zusätzlich ist eine sogenannte 'Shipper's Declaration' (IMO-Erklärung) erforderlich, die nur speziell geschultes Fachpersonal ausstellen darf.

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