Der Einfluss von Zollregelungen auf globale Lieferketten

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Das Wichtigste in Kürze
  • Zollregelungen bestimmen maßgeblich, wie Waren global transportiert werden – von Strafzöllen über Mengenbeschränkungen bis hin zu Nachhaltigkeitsvorgaben.
  • Neue EU-Regelungen wie der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) und entwaldungsfreie Lieferketten erhöhen die Anforderungen an Importeure erheblich.
  • Digitalisierung und KI vereinfachen die Zollabwicklung, indem sie Anmeldungen automatisieren und auf fehlende Dokumente hinweisen.
  • Unternehmen sollten Zollregelungen frühzeitig in ihre Handelsstrategie integrieren und bei Bedarf auf spezialisierte Zolldienstleister setzen.
  • Der globale Trend zeigt: Mehr Nachhaltigkeit, mehr Digitalisierung und zunehmende Handelskonflikte prägen die Zukunft der Zollregelungen.

Zollregelungen haben einen erheblichen Einfluss auf die globalen Lieferketten. Sie führen bestimmte Voraussetzungen ein, unter denen Waren in ein Land importiert beziehungsweise hindurch transportiert werden können. Abhängig davon, wie hoch zum Beispiel die Zollgebühren und welche Bedingungen zu erfüllen sind, können sich Unternehmen für unterschiedliche Routen entscheiden. Hier wird man als Logistiker immer abwägen, ob sich eine bestimmte Lieferkette lohnt oder nicht.

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Überblick über Zollregelungen und ihre Bedeutung

Die internationalen Zollregelungen können sehr unterschiedlich ausfallen und sich entsprechend auf vielfältige Art und Weise auf Importe und Exporte auswirken. In einigen Zollregionen kann es zum Beispiel sein, dass bewusst Strafzölle gegen andere Länder erhoben werden. Das jüngste Beispiel dafür ist der Wirtschaftskrieg zwischen den USA und China. Auf der anderen Seite möchte ein Staat womöglich seine eigene Produktion schützen und limitiert somit die Einfuhrmengen. Im Fall der Europäischen Zollunion steht wiederum der Umweltschutz zunehmend im Vordergrund. Der neue CO2-Grenzausgleichsmechanismus CBAM und die Zollregelungen zu entwaldungsfreien Lieferketten sollen für mehr Nachhaltigkeit im globalen Handel sorgen.

Zu den wichtigsten internationalen Zollregelungen, die auf die globale Lieferkette Einfluss nehmen, gehören:

Auswirkungen von Zollregelungen auf die Importprozesse

Der genaue Ablauf von Importprozessen wird in erheblichem Maße von den internationalen Zollregelungen beziehungsweise den Gesetzen im Zielland bestimmt. Die globalen Logistiker müssen sich genau mit der Einfuhranmeldung befassen, um zunächst einmal den Vorgang an sich zu verstehen. In der Regel werden die Anmeldungen heutzutage online vorgenommen. Die Digitalisierung von Zollprozessen ist eine deutliche Erleichterung und ermöglicht sogar die Automatisierung der Vorgänge.

Teil des Anmeldeprozesses sind selbstverständlich die Meldungen zu den entsprechenden Waren. Je nach Kategorie wird ein anderer Zolltarif verlangt. Die Einordnung kann relativ aufwendig sein. Es lohnt sich daher, sich zur Risikominimierung eine verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA) geben zu lassen. Sie ist über mehrere Jahre gültig und gibt Ihnen eine Garantie über die Höhe der zu zahlenden Gebühren.

Neben den reinen Tarifen sind aber auch andere Grundvoraussetzungen für die Einfuhr zu beachten. Herkunftsregeln verlangen so, dass Sie als Importeur nachweisen müssen, woher die Ware genau stammt. Das hat zuletzt bei den Änderungen zu den Zollregelungen zwischen EU und UK nach dem Brexit zu umfassenden Diskussionen geführt.

Eine hohe Komplexität entsteht bei der Einfuhr weiterhin durch Zollregelungen, die bestimmte Güter betreffen, beispielsweise energie- und emissionsintensive Waren wie Aluminium, Stahl, Dünger und Wasserstoff. Die neuen CO2-Verordnung der EU verlangt hierfür eine offizielle Mitteilung der Emissionen für die Menge an Produkten. Für die Einfuhr werden dann ab 2026 der Erwerb und die Vorlage von CBAM-Zertifikaten verlangt.

Ebenso möchte die Europäische Zollunion mehr für den Schutz der Wälder weltweit machen. Daher verlangt sie einen Herkunftsnachweis bei Waren wie Holz, Soja, Rindfleisch, Kautschuk und Kakao. Hier muss der geografische Ursprung bereits jetzt einwandfrei über eine Sorgfaltserklärung nachgewiesen werden. Neuerdings können Tracking-Technologien wie Blockchain transparente Lieferketten schaffen und somit die Klärung der Einhaltung von Zollregelungen bei der Einfuhr vereinfachen.

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Auswirkungen von Zollregelungen auf die Exportprozesse

Beim Export von Waren greifen meist deutlich weniger Zollregelungen als beim Import. Es gibt jedoch in den meisten Zollregionen und Freihandelszonen Gesetze, welche die Ausfuhr bestimmter Produkte mengenmäßig begrenzen. In Deutschland wird zum Beispiel eine Liste mit allen Beschränkungen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) geführt.

Unter den offensichtlichsten Produkten, die von Ausfuhrbeschränkungen betroffen sind, finden sich verbotene Gegenstände wie Folterwerkzeuge und Feuerwaffen. Zudem bestehen häufig internationale Embargos und Sanktionen wie gegen Russland, Iran und Nordkorea. Hier kann ein Verstoß gegen die Compliance-Regeln bei der Ausfuhr zu hohen Strafen führen.

Individuell können sich Staaten dafür entscheiden, gewisse Waren zum Schutz der eigenen Bevölkerung zurückzuhalten. Im Falle von Krisen wie Pandemien wäre so ein Verbot von Exporten verschiedener Medikamente und medizinischer Produkte denkbar, um eine Verknappung dieser notwendigen Güter zu verhindern.

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Wenn Sie Waren aus der EU in einen Drittstaat ausführen, müssen Sie eine entsprechende Ausfuhranmeldung vornehmen. Diese ist für offizielle Händler in der globalen Lieferkette nur noch elektronisch möglich. Bei einem Wert von mehr als 3.000 Euro wird eine Vorabfertigung beim zuständigen Binnenzollamt verlangt.

International sind die Zollregelungen zum Tierschutz ausgesprochen relevant. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen beschränkt so deutlich die Aus- und Einfuhr von tierischen und pflanzlichen Produkten. Arten, die bedroht oder gefährdet sind, dürfen nicht von einem Land ins andere gebracht werden.

Die Zollbehörden eines jeden Staates weisen meist explizit darauf hin, welche Produkte dies genau betrifft. Das können beispielsweise Souvenirs aus Elfenbein, asiatische Medizin aus gemahlenen Tierknochen oder auch seltene Orchideen und Kakteen sein. Ausnahmen existieren, müssen aber vorab erfragt werden. Hierfür wenden Sie sich an die entsprechenden Behörden, die eine Genehmigung erteilen.

Strategien zur Optimierung der globalen Lieferkette unter Berücksichtigung von Zollregelungen

Damit die globale Lieferkette einwandfrei und reibungslos funktioniert, müssen Sie sich mit den Zollregelungen auseinandersetzen und sie in Ihre Best Practices integrieren. Als professioneller Zolldienstleister mit langjähriger Erfahrung hilft Ihnen das Verzollungsbüro Butz dabei und gewährleistet die umfassende Beachtung aller relevanten Vorgaben.

Künstliche Intelligenz und Automatisierung in Zollverfahren können hier ein Schlüssel zum Erfolg sein. Der Algorithmus durchsucht alle Zollregelungen und findet diejenigen heraus, die für den jeweiligen Handelsvorgang beachtet werden müssen.

Auf dieser Grundlage weist er auf die Einhaltung gewisser Regelungen hin und erlaubt die Einfuhr- oder Ausfuhranmeldung nur dann, wenn die entsprechenden Dokumente erkannt und vorgelegt werden können. Plant ein Unternehmen beispielsweise Rindfleisch aus Brasilien einzuführen, wird die künstliche Intelligenz anschlagen und auf die Notwendigkeit einer Sorgfaltserklärung für die entwaldungsfreie Herkunft hinweisen.

Zollregelungen können sehr komplex ausfallen und beeinflussen die globale Lieferkette in einem erheblichen Maß. Umso wichtiger ist es, als Import- und Exportunternehmen, die Regeln frühzeitig zu kennen, Übergangsphasen für die Prozessanpassung zu nutzen und die Vorgaben in die eigene Handelsstrategie zu integrieren.

Fallbeispiele: Erfolgreiche Anpassungen an Zollregelungen

Blicken wir an dieser Stelle auf zwei Fallbeispiele, welche die Anpassung von Handelsvorgängen an die internationalen Zollregelungen etwas besser veranschaulichen:

Fallbeispiel 1

Im Jahr 2024 befindet sich das CO2-Grenzausgleichsgesetz CBAM in einer Übergangsphase. Bereits jetzt werden Unternehmen, die emissionsstarke Waren wie Energie, Aluminium, Stahl, Dünger und Wasserstoff in die Europäische Zollunion bringen, dazu angehalten, Meldungen zu den CO2-Ausstößen im Rahmen der so genannten Berichtspflicht zu tätigen.

Hierfür verwenden Importeure einfach die eigens dafür eingerichtete CBAM-Plattform. Auf dieser werden die Berichte vierteljährlich eingereicht und bieten dem Zoll einen Überblick über die Höhe der direkten und indirekten Emissionen.

Ein Unternehmen, der seit Jahren Aluminium nach Europa bringt, ist beispielsweise gerade dabei, sich auf diese neuen Zollregelungen einzustellen. Er wird das Berichtsverfahren über einen Algorithmus in seine Prozesse integrieren. Hierbei können ihm externe Zolldienstleister behilflich sein.

Wenn das CBAM-System 2026 dann richtig startet, ist das Unternehmen bereits darauf vorbereitet und hat über zwei Jahre hinweg Routine in der Anmeldung erworben. Nun kommen nur noch die Einkäufe von Zertifikaten und die entsprechende Vorlage dieser Dokumente hinzu.

Während der Anpassung an die Zollregelungen wird das Unternehmen zudem versuchen, Wege zu finden, um die Emissionen beim Handel mit Aluminium zu senken. So könnte es mit umweltfreundlichen Partnern im Herstellerland zusammenarbeiten. Firmen, die innovative und grünere Methoden für die Produktion verwenden, würden nun Priorität genießen.

Fallbeispiel 2

Ein Unternehmen importiert seit vielen Jahren kleinere Plastikgegenstände aus China nach Europa. Seit der Schaffung des Antidumping-Zolls musste hier aber umgedacht werden. Die Waren können nun einen gewissen Preis nicht mehr unterschreiten und somit konzentriert sich das Unternehmen auf höherwertige Segmente.

Vor der Einfuhr wird der Importeur eine verbindliche Zolltarifauskunft erfragen. Somit hat er über die nächsten Jahre hinweg eine Garantie zu den anfallenden Zollgebühren für alle transportierten Gegenstände. Diese bezieht er in seine Kalkulation ein und kann somit besser skalieren.

Des Weiteren wird sich der Importeur an gewisse Mengenbeschränkungen halten müssen und die Einfuhr digital anmelden. Danach bezahlt er online seine Zollgebühren. Der Vorgang wird über einen QR-Code festgehalten und auf der Warensendung befestigt.

Durch diese Vorbereitung und Anpassung ist das Unternehmen bestens auf die Zollregelungen eingestellt und kann seine globale Lieferkette effizienter gestalten. Das spart vor allem Zeit und Aufwand, damit aber auch Geld ein. Denn je flüssiger die Warenströme ablaufen, desto erfolgreicher kann der Händler mit seinem Geschäft sein.

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Zukunftsaussichten und Trends bei Zollregelungen und globalen Lieferketten

Vor allem in der westlichen Welt geht der Trend bei den Zollregelungen immer mehr hin zu mehr Nachhaltigkeit im internationalen Handel. Die Einführung des CO2-Grenzausgleichsmechanismus durch die Europäische Zollunion war hier nur der erste Schritt. In der Zukunft dürften viele weitere Gesetze folgen, welche eine grüne Herkunft und weniger Emissionen vorschreiben.

Gleichzeitig sind in den letzten Jahren die Konflikte zwischen den größten Wirtschaftsgebieten der Erde gewachsen. Durch das Wachstum der chinesischen Wirtschaft im Besonderen, haben sich neue Konkurrenzsituationen ergeben. Die EU hat bereits einen Antidumping-Zoll eingeführt, der die Einfuhr von Produkten zu extrem niedrigen Preisen verhindert.

Auf internationaler Bühne waren es zudem die Zollstreitigkeiten zwischen den USA und der Europäischen Union sowie zwischen den Amerikanern und China, die für Aufsehen gesorgt haben. Im Rahmen dieses Konfliktes wurden etliche Zollregelungen eingeführt, unter anderem Strafzölle gegen die gegnerische Partei.

Abhängig von der Politik der künftigen Regierungen wird sich also zeigen, in welche Richtung der Trend bei Zollregelungen und globalen Lieferketten geht. Was gewiss ist: Die Vorgaben werden immer häufiger durch digitale Lösungen geprüft. Elektronische Zollanmeldungen werden in den kommenden Jahren in den meisten Ländern der Erde verpflichtend sein.

Fazit und Empfehlungen zu globalen Zollregelungen und Lieferketten

Zollregelungen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Weltwirtschaft und können gerade beim globalen Handel nicht außer Acht gelassen werden. Sie geben vor, wie und wann bestimmte Waren von einem Land in ein anderes gebracht werden können. Dafür muss man gewisse Voraussetzungen wie die Vorlage von Herkunftsnachweisen und Unbedenklichkeitserklärungen erfüllen. Zudem sollten offizielle Anmeldungen erfolgen und es müssen unter Umständen Zollgebühren sowie Verbrauchsteuern gezahlt werden.

Gerade weil die Zollregelungen einen so großen Einfluss auf die globalen Lieferketten haben, müssen sie tief in die Prozesse von Logistikunternehmen integriert werden. Importeure und Exporteure sollten die Gesetze genau kennen und eruieren, ob diese mittels Künstlicher Intelligenz an die Unternehmensverfahren gekoppelt werden können.

Da es sich um eine sehr komplexe Bürokratie handelt, ist es wichtig, Experten zu Rate zu ziehen. Anstatt dabei auf aufwändige Personalerweiterungen zu setzen, können Sie sich an uns als spezialisiertes Verzollungsbüro wenden. Wir helfen Ihnen gern dabei, sich einen Überblick über die Zollregelungen zu verschaffen und somit garantiert keine Gesetze zu übersehen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Eine verbindliche Zolltarifauskunft (vZTA) gibt Importeuren über mehrere Jahre eine rechtlich gesicherte Auskunft über die Höhe der anfallenden Zollgebühren für bestimmte Waren. Sie hilft, finanzielle Risiken bei der Einfuhr zu minimieren und die Kalkulation verlässlich zu gestalten.

Der CBAM ist eine EU-Regelung, die Unternehmen verpflichtet, beim Import emissionsintensiver Waren wie Stahl, Aluminium, Dünger und Wasserstoff die CO2-Emissionen zu melden. Ab 2026 müssen dafür zusätzlich CBAM-Zertifikate erworben und vorgelegt werden.

Ausfuhrbeschränkungen betreffen unter anderem Waffen, Folterwerkzeuge sowie Waren, die unter internationale Embargos und Sanktionen fallen – etwa gegenüber Russland, Iran und Nordkorea. In Deutschland führt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eine entsprechende Liste.

KI-Algorithmen analysieren automatisch alle relevanten Zollregelungen für einen Handelsvorgang und weisen auf notwendige Dokumente hin. So wird beispielsweise beim Import von Rindfleisch aus Brasilien automatisch auf die Pflicht zur Sorgfaltserklärung für entwaldungsfreie Herkunft aufmerksam gemacht.

Die EU verlangt für Waren wie Holz, Soja, Rindfleisch, Kautschuk und Kakao einen Herkunftsnachweis in Form einer Sorgfaltserklärung. Diese soll sicherstellen, dass die Produkte aus entwaldungsfreien Lieferketten stammen. Moderne Tracking-Technologien wie Blockchain können diesen Nachweis vereinfachen.

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