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Ratgeber: Wie sich Logistikkosten beim internationalen Transport reduzieren lassen

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Steigende Frachtkosten und sich kontinuierlich verändernde geopolitische Risiken können für Unternehmen mit grenzüberschreitenden Handelsbeziehungen zu einem hohen Kostendruck und infolgedessen – im ungünstigsten Fall – zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten führen. Dennoch bleibt der grenzüberschreitende Warenverkehr eines der zentralen Elemente, über das verschiedene Lieferketten- und Produktionssegmente miteinander verbunden sind.

Wie gehen Unternehmen mit Frachtraten, die regelmäßig Schwankungen durchlaufen, um und kalkulieren gleichzeitig Zuschläge für Treibstoff oder eine Aufwertung der Transportsicherheit in ihre Frachtkosten ein? Um Transportgebühren im internationalen Handel nachhaltig zu senken, stehen unterschiedliche Hebel zur Verfügung. So machen sich neben einer strategischen Auswahl des Frachtwegs auch die bewusste Entscheidung für Erleichterungen bei der Verzollung und die Digitalisierung interner Verwaltungsprozesse bemerkbar.

Welche Logistikkosten entstehen beim internationalen Warentransport?

Zunächst sind hier all die Kosten zu nennen, die im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Transport der Waren entstehen. See- und Luftfracht, der Transport per Schiene und der Güterverkehr auf der Straße sind die Wege der internationalen Logistik. Jeder dieser Transportwege verfügt über ein eigenes Kostenmodell.

Zudem erhöhen sich die Transportgebühren in Abhängigkeit vom Transportweg durch weitere Kostenpunkte, unter anderem:

  • den Treibstoffzuschlag (Bunker Adjustment Factor, BAF),
  • den Währungsanpassungsfaktor (Currency Adjustment Factor, CAF),
  • saisonale Zuschläge in Spitzenzeiten (Peak-Season-Surcharges) und
  • Sicherheits- und Hafengebühren.

In die Suche nach Optimierungspotenzial einzubeziehen sind außerdem die Container- und Equipmentkosten, die sich insbesondere beim Transport empfindlicher Güter durch den Einsatz von Spezialbehältern bemerkbar machen können.

Neben den reinen Transportkosten fallen indirekte Kostenpunkte an, die in der Gesamtkalkulation schnell unterschätzt werden können. Dazu zählen zum Beispiel Gebühren für die Lagerhaltung oder den Umschlag über Zwischenstationen wie Logistik-Hubs. Aber auch die Ausgaben für Transportversicherungen beeinflussen die Höhe der Gesamtkosten.

Darüber hinaus können sich beim internationalen Warentransport noch Kosten ergeben, die nur unter bestimmten Bedingungen entstehen, etwa wenn es zu Störungen kommt. Standgelder für Container bei einer verspäteten Abholung oder Rückgabe lassen sich hier beispielhaft anführen.

Transportwege strategisch optimieren

Die Wahl des Transportweges ist ein Hebel, um die Logistikkosten im internationalen Warenverkehr zu beeinflussen. Gerade für Massengüter und eine vergleichsweise planbare Lieferung bleibt die Seefracht die kosteneffizienteste Option. Der Transport per Luftfracht erweist sich demgegenüber zwar bei zeitkritischen und hochwertigen oder verderblichen Waren als vorzugswürdig, ist für viele andere Güter aber nicht immer wirtschaftlich sinnvoll. Multimodale Kombinationen – wie die Seefracht bis zu einem zentralen Hub und der Weitertransport per Luftfracht – bieten einen Kompromiss zwischen Kostenoptimierung und Geschwindigkeit.

Als Alternative im transkontinentalen Kontext hat sich der Schienengüterverkehr etabliert. Durch Transportzeiten von mehreren Tagen für einige tausend Kilometer liegt die Bahn zeitlich zwischen See- und Luftfracht, befindet sich kostenmäßig aber deutlich näher an der Seefracht. Damit kann dieser Transportweg – zum Beispiel für die Automobil- oder Elektronikindustrie – Einsparpotenzial generieren.

Ein weiterer Punkt betrifft die Entscheidung zwischen Vollcontainerladung und Teilladung. Durch die Bündelung von Sendungen lassen sich die Frachtkosten pro Einheit spürbar reduzieren. Unternehmen, die regelmäßig Güter unterhalb containerfüllender Sendungsvolumina transportieren lassen, profitieren von strategischen Partnerschaften mit anderen Unternehmen oder der internen Bündelung mehrerer Bestellungen, durch die sich die Nutzung der Kapazitäten optimieren lässt.

Teurer Expresstransport, der bei Verzögerungen erforderlich werden kann, lässt sich durch die Berücksichtigung ausreichender zeitlicher Puffer in der Transportplanung vermeiden. Eine Planung, die potenzielle Engpässe bei der Zollabfertigung oder durch saisonale Kapazitätsengpässe vorausschauend berücksichtigt, senkt die Logistikkosten nachhaltiger als Maßnahmen, die zur Beseitigung von Störungen oder der Korrektur von Fehlern ergriffen werden müssen.

Incoterms zur Optimierung der Transportkosten einsetzen

Die von der Internationalen Handelskammer herausgegebenen Incoterms (International Commercial Terms) regeln die Verteilung der Kosten, Risiken und Pflichten zwischen Verkäufer und Käufer. Die Wahl der jeweiligen Versandklausel hat dabei unmittelbaren Einfluss auf die Transportkosten. So ermöglicht der Incoterm EXW (Ex Works, ab Werk) dem Käufer maximale Kostenkontrolle, verlagert aber auch das gesamte Transportrisiko auf ihn. Der Incoterm DDP (Delivered Duty Paid, geliefert verzollt) ordnet sämtliche Kosten – inklusive der Zollabgaben – dem Verkäufer zu.

Durch die strategische Nutzung der Incoterms-Klauseln bietet sich Unternehmen Spielraum, beim internationalen Warenverkehr auf die Tragung der Transportkosten und der Gebühren für Verzollung und Versicherung Einfluss zu nehmen.

Digitalisierung vorantreiben

Transportmanagement-Systeme, die ein Monitoring in Echtzeit ermöglichen, verschaffen Unternehmen einen umfassenden Einblick in die gesamte Transportkette und bieten somit eine hohe Transparenz. Die Sendungsverfolgung zeigt, wo sich Waren befinden und sich gegebenenfalls eine Verzögerung andeutet.

Fließen die Daten in Predictive-KI-Konzepte ein, ist eine Vorhersage – und erforderlichenfalls eine Anpassung – der weiteren Transportschritte möglich. Unter anderem können so Umleitungen geplant werden, um weitere Verzögerungen zu vermeiden. Durch die Anbindung der internen Software an Zollsysteme und ERP-Plattformen (Enterprise Resource Planning) lassen sich Informationen ohne Medienbrüche übertragen, gleichzeitig aber auch Fehlerquellen reduzieren.

Datenanalyse zur Kostenkontrolle

Die Digitalisierung hilft Unternehmen eine weitere Möglichkeit der Kostenoptimierung, nämlich anhand von Frachtratenvergleichen und der Performancemessung von Logistikdienstleistern. Auf der Basis dieser Daten lässt sich die Effizienz von Transportprozessen gezielt erhöhen. Zudem werden durch die Analyse historischer Transportdaten saisonale Muster erkennbar, aus denen sich Kostentreiber und Optimierungspotenziale ablesen lassen.

Für Unternehmen kann die Zusammenarbeit mit einer professionellen Zollagentur ein lohnenswerter Schritt sein, wenn Unterstützung beim Aufbau einer umfassenden IT-Infrastruktur und der Schulung von Mitarbeitern benötigt wird.

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Lieferanten- und Speditionsmanagement verbessern

Zu den Stellschrauben für die Optimierung der Transportkosten gehört auch die Gestaltung der Verträge mit Logistikdienstleistern. Über Rahmenverträge und langfristige Partnerschaften können sich Unternehmen eine hohe Preisstabilität für den Warentransport sichern – inklusive der Möglichkeit, das Sendungsvolumen zu bündeln.

Gerade für den Fall eines vergleichsweise konstanten Transportvolumens bietet sich damit ein hohes Maß an Kostensicherheit. Ein Mehrbedarf an Lieferkapazität, der durch Schwankungen in der Nachfrage entsteht, lässt sich über Ausschreibungen bzw. den Spotmarkt flexibel abdecken.

Ein effektives Speditionsmanagement schließt die Prüfung ein, ob eine Verlagerung von Beschaffungsquellen (zum Beispiel im Rahmen des Nearshorings) oder der Aufbau regionaler Distributionszentren Kosten reduziert. Auf diese Weise lassen sich die Transportwege verringern und zugleich die Resilienz der Lieferkette verbessern.

Verpackung, Volumen und Ladeeinheiten optimieren

Da Frachtkosten maßgeblich vom Sendungsvolumen abhängen, wirkt sich eine Reduzierung der Verpackungsgrößen unmittelbar auf die Transportkosten aus. Nachhaltige Verpackungskonzepte, die Materialverbrauch und Volumen minimieren, verbinden die Kosteneinsparungen mit dem Anspruch, wachsenden regulatorischen Anforderungen beim Natur- und Umweltschutz gerecht zu werden.

Ergänzend lassen sich durch die Planung der Verstauung im Container und eine optimierte Palettierung die Auslastung in den Ladeeinheiten maximieren. Bereits geringfügige Verbesserungen führen hierbei zu einer höheren Effizienz und einer Reduzierung der Stückkosten. Daher profitieren gerade Unternehmen mit einem regelmäßig hohen Sendungsvolumen von einer Ladungsoptimierung.

Risikomanagement zur Kostensenkung

Ein Kostenfaktor, der Unternehmen vor allem langfristig und in Krisenzeiten bei der Optimierung ihrer Transportkosten hilft, ist der Abbau von Abhängigkeiten in der Lieferkette. Das Setzen auf einzelne Lieferanten oder Transportkorridore (Single Sourcing) erhöht die Anfälligkeit für Unterbrechungen. Mit einer gezielten Diversifizierung bei den Beschaffungsquellen und Transportrouten entstehen redundante Systeme, die im Notfall kostendämpfend wirken, wenn es also an einer Stelle zur Unterbrechung der Lieferkette kommt.

Fazit: Logistikkosten strategisch steuern statt nur verhandeln

Die nachhaltige Senkung von Logistikkosten im internationalen Transport erfordert die Nutzung mehrerer Hebel. Isolierte Maßnahmen – etwa die Neuverhandlung von Frachtraten – greifen oft zu kurz. Entscheidend ist die Verbindung aus strategischer Transportplanung, der Digitalisierung administrativer Prozesse sowie einem professionellen Lieferanten- und Risikomanagement.

Die Kenntnis der tatsächlichen Kostenstrukturen bildet dabei die Grundlage für jede Optimierung. Die Zusammenarbeit mit erfahrenen Logistikexperten beschleunigt diesen Prozess und stellt sicher, dass sich die Einhaltung regulatorischer Anforderungen und Kosteneffizienz nicht ausschließen. Das Verzollungsbüro Butz bietet umfassende Expertise und langjährige Erfahrung, wenn Unterstützung bei der Überprüfung der Logistik- und Transportkosten und der Identifizierung entsprechender Optimierungspotenziale benötigt wird. So können Unternehmen von einem umfassenden Wissenstransfer profitieren und sich einen Vorsprung auf dem Markt gegenüber den Wettbewerbern verschaffen.

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